Progressive Retina Atrophie (rdAC-PRA)
Die Progressive Retina Atrophie der Abessinier und Somali
Katzen (rdAc) ist eine Erkrankung der Netzhaut (Retina), die
durch kontinuierliches Fortschreiten letztendlich zur Erblindung
führt. Dabei werden die Photorezeptoren des Auges im Laufe der
Zeit zerstört. Zuerst verlieren die Stäbchenzellen ihre normale
Funktion, im weiteren Verlauf sind auch die Zapfenzellen der
Netzhaut betroffen.
Betroffene Katzen haben zum Zeitpunkt der Geburt ein normales
Sehvermögen. Die klinischen Symptome treten in der Regel im
Alter von 1,5 bis 2 Jahren auf. Im Endstadium der Krankheit,
meist im Alter von 3-5 Jahren, sind die Photorezeptoren dann
völlig zerstört und die Katze erblindet vollständig.
Die für die rdAC-PRA verantwortliche Mutation im CEP290-Gen
wurde im Jahr 2007 in der Arbeitsgruppe von Kristina Narfström (http://www.xs4all.nl/~claymore/PRA.pdf)
identifiziert.
Die rdAC-PRA wird autosomal-rezessiv vererbt. Das bedeutet, daß
eine Katze nur erkrankt, wenn sie je ein betroffenes Gen von
Vater und Mutter erhalten hat. Es müssen also sowohl Vater- als
auch Muttertier das mutierte Gen tragen.
Träger, d.h. Tiere mit nur einem betroffenen Gen, können zwar
selbst nicht erkranken, geben aber die Erbanlage mit einer
Wahrscheinlichkeit von 50% an ihre Nachkommen weiter. Bei der
Verpaarung von zwei Trägern besteht die Gefahr, daß die
Nachkommen von der Erkrankung betroffen sind. Deshalb sollte
niemals ein Träger mit einem anderen Träger verpaart werden.
Die rdAc-PRA folgt einem autosomal rezessivem Erbgang. Es gibt
drei Genotypen:
1. Genotyp N/N (homozygot gesund): Diese Katze trägt die
Mutation nicht und hat ein extrem geringes Risiko an rdAc-PRA zu
erkranken. Sie kann die Mutation nicht an ihre Nachkommen
weitergeben.
2. Genotyp N/PRA (heterozygoter Träger): Diese Katze trägt eine
Kopie des mutierten rdAc-PRA-Gens. Sie hat ein extrem geringes
Risiko an rdAc-PRA zu erkranken, kann die Mutation aber mit
einer Wahrscheinlichkeit von 50 % an ihre Nachkommen
weitergeben. Eine solche Katze sollte nur mit einer rdAc-PRA
mutationsfreien Katze verpaart werden.
3. Genotyp PRA/PRA (homozygot betroffen): Diese Katze trägt zwei
Kopien des mutierten rdAc-Gens und hat ein extrem hohes Risiko
an rdAc-PRA zu erkranken. Sie wird die Mutation zu 100 % an ihre
Nachkommen weitergeben und sollte nur mit einer rdAc-PRA
mutationsfreien Katze verpaart werden.
http://www.laboklin.de/de/tiergenetik/erbkrankheit_katze/katze_pra_som.html

